Classic-Car-Revue - Opel Rekord PII Coupé - Geschichte

 

ccr_untertitel01.jpg (7400 Byte)

 

 

Opel Rekord P2 Coupè

 

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright Brandherm

Ein amerikanischer Strassenkreuzer im Mittelklasseformat -
Opel hatte den richtigen Riecher in der Wirtschaftswunderzeit.

 

Der "rasende Kofferraum"

Der Opel Rekord P2, der im August 1960 auf der IAA vorgestellt wurde, avancierte mit über 750.000 verkauften Fahrzeugen zum meistgekauften Mittelklasseauto der Bundesrepublik Anfang der 60er Jahre.

Heute einen guten P2 zu finden, ist sehr schwierig. Die meisten von ihnen landeten nach gut einem Jahrzehnt Gebrauch auf dem Schrottplatz. Im Verhältnis zur Produktionsmenge liegen die noch existierenden Fahrzeuge im Promillebereich. Und das macht den P2 heute so interessant. Man fällt mit ihm auf.
Der Vorgänger, der Rekord P1 war nur ganze drei Jahre in Produktion. Dem P2 sollte es nicht besser ergehen. Nach ebenfalls nur drei Jahren Produktionszeit wurde er vom Rekord A abgelöst. Die Modelle kamen und gingen sehr schnell in den hektischen Jahren des Wirtschaftswunders Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre.

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

"Zeitbewußt und klassisch schön", so beschrieben die Opel-Werbetexter den Rekord P2


Der P2 war zunächst nur als zweitürige Limousine und als dreitüriger Caravan oder Kombi lieferbar. Ende 1960 kam die viertürige Limousine auf den Markt und im Sommer 1961 das neue Coupé, das aufgrund seiner flachen Dachlinie und dem überdimensionalen Heck im Volksmund schnell den Spitznamen "rasender Kofferraum" weghatte.
Von der Technik her gesehen basierte der P2 größtenteils auf dem Vorgänger P1, der bei seiner Vorstellung auf der Frankfurter Automobilausstellung 1957 das Publikum regelrecht begeisterte.
Allerdings erhielt das neue selbsttragende Modell nun einen Plattform-Rahmen, der mit der Karroserie verschweißt war. Dadurch entstand so etwas wie ein Hilfschassis, in dem Motor, Getriebe, Lenkung und die Achsen untergebracht waren.
Die Karosserie war gegenüber dem Vorgänger eher kantig und nüchtern, aber durchaus elegant ausgelegt. Die barocken Formen der 50er Jahre waren vorbei.
Im Vergleich mit der Limousine des P2, wurde die Karosserie des Coupés nur in der Dachlinie geändert. Das Dach war kürzer ausgelegt und die Heckscheibe lief schräger und sportlicher aus. Dadurch entstand ein riesiger Kofferraum, was die Fachpresse dazu veranlasste den Wagen als "Breitwand-Coupé" zu bezeichnen.
Der neue Opel P2 symbolisierte mit seinen nüchternen Formen ein stückweit den American Way of Life, der in der Wirtschaftswunderzeit und Dank der moderaten Preise auch für die Deutschen immer greifbarer wurde.


Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

Kofferraum im XXL-Format


Aber auch in Sachen Sicherheit hatte man bei Opel hinzugelernt.
Der P2 verzichtete auf die weit herumgezogene Panoramscheibe des P1, bei der die A-Säule als Z-Pfosten konstruiert war. Das brachte zwar eine tolle Aussicht nach vorn und seitlich, führte aber dazu, dass man sich regelmäßig die Knie beim Einsteigen anstieß, weil die große Frontscheibe in den Türausschnitt hineinragte.
Die Seitenholme wurden für den Unfallschutz verstärkt, das Armaturenbrett bekam ein dickes Sicherheitspolster verpasst und die Lenkradnabe wurde aufprallsicher tief im Lenkrad versenkt.
Die Hecktüren der Limousine wurden mit Kindersicherungen versehen. In Zeiten, als es noch keine serienmäßigen Gurte und Kopfstützen gab, war das schon ein beträchtlicher Zuwachs für die passive Sicherheit.

 

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

Ein Hauch von Eleganz - die Türinnenverkleidung.

 

Die ausstellbaren Dreiecksfenster.

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

Die Radzierblenden stehen dem P2 gut.

"Rekordverdächtig" - die sachliche Linienführung.


Der Motor hingegen war ein alter Bekannter. Er wurde vom P1 übernommen und leistete mit 1,5 Litern Hubraum 50 PS und mit 1,7 Litern 55 PS. Die Basis des Motors ging aber sogar auf den 1937 vorgestellten Opel Olympia zurück. Leistungssteigerungen des 1,7 Liter Motors kamen dem Coupé und dem Spitzenmodell der Limousine - als "L" Version zugute. Bei den beiden Modellen brachte es der Großserienmotor auf 60 PS, immerhin gut für 140 km/h.
Zunächst wurde auch das Dreigang-Getriebe vom P1 übernommen, aber schon bald durch ein neues Viergang-Getriebe abgelöst. Das Coupé wurde prinzipiell mit Vierganggetriebe ausgeliefert. Als Extra gab es auch eine nicht allzu zuverlässige automatische Kupplung, den von "Fichtel & Sachs" entwickelten "Olymat", der schon bald wieder aus dem Opel-Regal gestrichen wurde.

 

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

Grün, orange, rot, die Geschwindigkeitsbereiche (0-50, 50-100, über 100km/h) werden im Walzentacho farbig angezeigt.

Die Limousine und der Caravan wurden, wie damals üblich, mit durchgehender Sitzbank ausgeliefert. Weil die Dachlinie des Coupés aber flacher verlief, waren niedrigere Sitze notwendig. Deshalb verfügte nur das Coupé über zwei Einzelsitze, die man serienmäßige sogar zu Liegesitzen umlegen konnte.
Die hinten sitzenden Mitfahrer mussten sich mit zwei Notsitzen begnügen.
Aufgrund des riesigen Kofferraums sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass das Coupé auch in Punkto Zuladung Bestnoten hätte erreichen können. Aber leider war die von Opel verwendete Spaltfeder zu schwach ausgelegt. Es kam häufig zu Blattfederbrüchen.

Das Fahrverhalten des Coupé war dem der Limousine deutlich überlegen. Das Fahrwerk war tiefer gelegt, die Gesamthöhe 80mm niedriger. Die Federung war ziemlich hart, die Bodenfreiheit gering. Aus diesen Gründen findet man die damals opel-typische Schaukelneigung beim Coupé nicht.

 

 

Produktionszahlen und Preise

Insgesamt wurden ca. 787.784 Stück in allen Varianten des Opel Rekord P2 produziert. Damit wurde die Baureihe zum meistgekauften Mittelklassewagen Anfang der 60er Jahre in Deutschland. Von den Coupés wurden allerdings nur knapp 34.000 Stück gebaut. Nur wenige haben bis heute überlebt und das macht sie neben den noch selteneren Cabriolets so begehrt und die Ersatzteilesituaton ist schwierig.

P2 Limousine 1500 inkl. Coupé* 248.683
P2 Limousine 1700 inkl. Coupé* 341.824
P2 Caravan 1500 68.023
P2 Caravan 1700 97.128
P2 Kastenwagen 1500 13.596
P2 Kastenwagen 1700 18.430
P2 Cabriolet (Autenrieth) 100

* nur P2 Coupé 1500, 1700 und 1700 S
33.816


 

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

 

Die Neuwagenpreise für die verschiedenen P2 Modelle Anfang der 60er Jahre:

Modell bis Mai 1962 ab Juni 1962
Rekord 1500 Limousine 2 Türen 6.545,- DM 6.640,- DM
Rekord 1700 Limousine 2 Türen 6.620,- DM 6.715,- DM
Rekord 1500 Limousine 4 Türen 7.035,- DM 7.120,- DM
Rekord 1700 Limousine 4 Türen 7.110,- DM 7.195,- DM
Rekord L 1700 S Limousine 4 Türen - 7.935,- DM
Rekord L 1700 S Coupé 2/2 Sitze 7.675,- DM 7.770,- DM
Rekord L 1700 S Cabriolet 2 Sitze 11.635,- DM 11.635,- DM
Caravan 1500 Kombi 2 Türen 6.845,- DM 6.925,- DM
Caravan 1700 Kombi 2 Türen 6.920,- DM 7.000,- DM

 

Opel Rekord P2 Coupé / Foto/Copyright feldfilm, Heiko Feld

Macht auch im Detail besehen eine gute Figur - Opel P2 Coupé.

 

 

Der heutige Marktwert

 

Zustandsnote 1 2 3 4 5
Opel Rekord P2 1700 S und Coupé 11.800 € 8.900 € 5.400 € 2.900 € 900 €

Stand 2006

 

 

© Classic-Car-Revue / Heiko Feld

Rechtlicher Hinweis

 

Free Web Analytics and Free Hit Tracker by WebSTAT